Fragen & Antworten
Die schwierigen Fragen gehören vor die Beschaffung.
Private KI verbindet Infrastruktur, Informations-Governance und probabilistische Software. Diese Antworten zeigen, was sich konstruieren lässt, was gemessen werden muss und was Entscheidung des Kunden oder seiner Beratung bleibt.
01 · Datenverwahrung
Wohin Daten gehen und wer sie erreicht
Muss unser Archiv jemals die gewählte Grenze verlassen?
Nein. Air-gapped und On-Premises-Architekturen können Dokumente, Indizes, Prompts und Antworten innerhalb der kundengeführten Grenze halten. Dediziertes Schweizer Hosting ist eine andere Verwahrungswahl; ein Policy-gated Hybrid definiert explizit, welche nicht sensitiven Anfragen hinausdürfen. Architektur und Ausnahmen werden vor der Umsetzung dokumentiert.
Behält ANULUM eine Kopie der Kundendaten?
Standardmässig nicht. Das Kundenarchiv gehört in die kundeneigene oder ausdrücklich beauftragte Umgebung. Supportzugang, Diagnoseexporte und temporäre Übertragungspfade werden separat begrenzt, befristet und protokolliert. Für jede Ausnahmekopie müssen Aufbewahrung und Löschung vertraglich feststehen.
Werden Dokumente oder Prompts zum Modelltraining verwendet?
Nicht ohne separaten, ausdrücklichen Auftrag und Autorisierung des Kunden. Recherche über ein Archiv erfordert kein Training des Basismodells am Archiv. Indexierung, Adapter-Training und vollständiges Modelltraining sind unterschiedliche Prozesse und dürfen nicht vermischt werden.
Wer hat Administratorzugang?
Die Architektur benennt jede Admin-Klasse, Authentisierung und Freigabe. Sie kann ohne ständigen ANULUM-Zugang gebaut werden: Der Kunde öffnet ein Wartungsfenster, autorisiert einen benannten Engineer, protokolliert die Sitzung und schliesst den Zugang. Ein allfälliger Break-glass-Zugang wird separat kontrolliert und getestet.
02 · Modelle
Open Weights ohne grenzenlose Versprechen
Was unterscheidet Open Source von Open Weights?
Open Weights bedeutet, dass trainierte Parameterdateien unter benannten Bedingungen verfügbar sind. Es bedeutet nicht automatisch, dass Trainingsdaten, vollständiger Trainingscode und jede Komponente Open Source sind. Wir erfassen Lizenz und Nutzungsregeln jeder wesentlichen Komponente; wo nötig lässt der Kunde sie rechtlich auslegen.
Brauchen wir das grösste verfügbare Modell?
Meist nicht. Recherchequalität, Dokumenten-Parsing, Berechtigungen, Zitate und Evaluation sind oft wichtiger als die Parameterzahl. Ein kleineres Modell, das die Abnahmeschwelle an der realen Aufgabe erfüllt, kann schneller, günstiger, leichter wiederherstellbar und einfacher in einer Sicherheitsgrenze zu halten sein.
Was verändern Quantisierung und Kontextlänge?
Quantisierung reduziert den Gewichtspeicher, kann aber Qualität und Engine-Kompatibilität verändern. Längerer Kontext erhöht den Cache-Speicher und kann den Durchsatz senken; ein beworbenes Maximum ist kein Versprechen bei brauchbarer Parallelität. Wir testen Modell, Format, Engine, Promptform und Nutzerlast der Produktionsplanung.
Kann das Modell später ersetzt werden?
Ja, wenn das System portable Dokumente, Indizes oder Wiederaufbauverfahren, Prompts, Evaluationsfälle und Versionsnachweise bewahrt. Ein Ersatz ist eine kontrollierte Änderung: Lizenz, Verhalten, Zitate, Verweigerung, Latenz, Speicher und Rollback werden vor der neuen Baseline geprüft.
Kann ANULUM Kimi K3 bereitstellen?
Heute nicht als bestätigtes lokales Produkt. Unser datierter Katalog hält Kimi K3 auf Readiness Watch, weil ein offizieller lokaler Checkpoint, eine Lizenz und ein reproduzierbarer Self-hosting-Pfad nicht belegt sind. Kimi Linear und K2-Familie haben andere, dokumentierte Realitäten. Zum Modellkatalog.
03 · Hardware und Leistung
Kapazität ist ein Ergebnis der Aufgabe
Wie schnell wird das System?
Eine glaubwürdige Antwort nennt Time to First Token, Generierungsrate, End-to-End-Antwortzeit, Eingabe- und Ausgabelänge sowie Parallelität. Öffentliche Werte sind nur Planungsevidenz. Der Proof Node misst repräsentative Kundenfragen auf dem Kandidatenstack und berichtet die Verteilung statt nur des schnellsten Laufs.
Wie viele gleichzeitige Nutzer bedient ein Node?
Das hängt von Modell, Quantisierung, Kontext, Ausgabelänge, Batching, Retrieval und Serviceziel ab. Wir lasttesten Szenarien, statt eine Single-User-Tokenrate zu multiplizieren. Die Kapazitätsplanung reserviert auch Speicher- und Temperaturreserve für degradierte Bedingungen.
Kann vorhandene Serverhardware wiederverwendet werden?
Manchmal. Wir prüfen GPU-Support, Speicher, PCIe-Topologie, Energie, Kühlung, Storage-Endurance, Garantie und Engine-Kompatibilität. Die interne HP-ML350-Laborplattform ist für reproduzierbares Engineering nützlich, wird aber weder als aktuelle Produktionshardware noch als Kundenreferenz dargestellt.
Was geschieht bei GPU-, Disk- oder Indexausfall?
Das Design weist einen Recovery-Pfad aus: degradierter Betrieb oder Reserve, verschlüsselte Backups, Konfigurationserfassung, Index-Rekonstruktion und getesteter Restore. Wiederherstellungszeit und Datenverlustfenster folgen der Geschäftsauswirkung. Ein Backup gilt nicht allein deshalb als akzeptiert, weil ein Job Erfolg meldet; Restore-Evidenz zählt.
Lässt sich die Abwärme nutzen?
Bei dichten, stetigen Deployments potenziell ja. Nutzwärme hängt von Temperaturniveau, Lastprofil, Distanz, Gebäudebedarf und lokaler Technik ab. ANULUM entwickelt IT-seitige Wärme- und Telemetrieannahmen; lizenzierte HVAC- und Elektropartner validieren und realisieren Gebäudearbeiten nach Standortaufnahme.
04 · Sicherheit und Governance
On-Premises ist ein Ort, kein Kontrollrahmen
Macht On-Premises das System compliant?
Nein. Der Ort kann Transfer- und Drittparteirisiken reduzieren, doch rechtmässiger Zweck, Transparenz, Datenminimierung, Berechtigungen, Sicherheit, menschliche Verantwortung, Aufbewahrung und Betroffenenrechte brauchen weiterhin Design. ANULUM liefert technische Fakten und Kontrollen; Kunde und Beratung bestimmen die Rechtslage.
Wann ist eine Datenschutz-Folgenabschätzung nötig?
Das hängt von Rechtsraum, Daten, Zweck und Risiko ab. Der Schweizer EDÖB erklärt, dass das technologieneutrale Datenschutzgesetz für KI-gestützte Bearbeitung gilt, und nennt Folgenabschätzungen für Fälle mit hohem Risiko. Liechtenstein arbeitet unter seinem anwendbaren Datenschutzrahmen. Das Review liefert Fakten für Rechtsberatung oder Datenschutzbeauftragte; es ist keine Rechtsberatung.
Wie werden air-gapped Systeme aktualisiert?
Durch einen dokumentierten Offline-Release: freigegebene Quelle, Malware-Scan, Hashes und Signaturen, kontrolliertes Medium, falls nötig Vier-Augen-Prüfung, gestufte Installation, Abnahmetests und Rollback-Artefakte. Der Updatepfad gehört zum Bedrohungsmodell, weil Wechselmedien selbst eine Grenzquerung sind.
Wie werden Prompt Injection und Berechtigungslecks getestet?
Der Evaluationskorpus enthält adversariale Dokumente, widersprüchliche Anweisungen, rollenübergreifende Retrieval-Versuche und Forderungen nach unbelegten Schlüssen. Wir testen die ganze Kette — Parser, Index, Zugriffsfilter, Promptaufbau, Modell und Oberfläche —, weil ein sicheres Modell keine unsichere Retrieval-Schicht ausgleicht.
Kann KI-Ausgabe professionelles Urteil ersetzen?
Nein. Das System kann mit Zitaten recherchieren, zusammenfassen, vergleichen und entwerfen; Rechts-, Finanz- und Medizinentscheide bleiben bei autorisierten Fachpersonen. Die Nutzungsrichtlinie nennt verbotene Abstützung und Eskalationsbedingungen; die Oberfläche soll Quellen und Unsicherheit leicht prüfbar machen.
05 · Kommerzielles und Betrieb
Wissen, was Ihnen gehört und was weiterläuft
Was liefert das Architektur-Review?
Ein Entscheidungspaket mit fixem Umfang: Ist- und Verwahrungskarte, Use-Case-Grenze, Bedrohungs- und Abhängigkeitsbefunde, Kandidatenklasse, ungefähre Stückliste und Betriebskosten, Proof-Node-Vorschlag, Hauptrisiken und explizite Stop-/Überarbeiten-/Weiter-Empfehlung.
Sind die öffentlichen Preise Angebote?
Nein. Es sind datierte, unverbindliche Planungsrahmen mit Ein- und Ausschlüssen. Ein Angebot folgt nach Klärung von Aufgabe, Standort, Garantie, Integration, Support und Steuern. Hardwarepreis und Verfügbarkeit können sich rasch ändern; Gültigkeiten sind daher explizit. Aktuelle Richtwerte ansehen.
Wem gehören Hardware, Daten und Lieferartefakte?
Vorgesehener Standard ist Kundeneigentum an Kundendaten und kundenbeschaffter Hardware. Softwarelizenzen, Drittkomponenten, vorbestehende ANULUM-Werkzeuge und projektspezifische Leistungen haben unterschiedliche Rechte, die der Vertrag auflistet. Verwahrung darf nie von einer unklaren Eigentumsannahme abhängen.
Welcher laufende Support ist möglich?
Support kann Zustandsprüfung, Backup-Kontrollen, Security- und Dependency-Updates, Kapazitätsmonitoring, Incident Response, kontrollierte Modellwechsel und periodische Evaluation umfassen. Zeiten, Reaktionsziele, Zugangsmodell, Ausschlüsse und Kundenpflichten werden für die abgenommene Baseline definiert.
Können wir ohne ANULUM weiterarbeiten oder wechseln?
Das ist eine Designanforderung. Das Exit-Paket kann Daten- und Indexexporte, Modellkennungen und Lizenzen, Konfiguration, Abhängigkeitsinventar, Runbooks, Backup-/Restore-Verfahren, Risikoregister und Wissenstransfer enthalten. Nicht übertragbare Komponenten werden vor der Verpflichtung benannt.
Primäre regulatorische Lektüre
- EDÖB: KI und Datenschutz ↗
- FINMA-Aufsichtsmitteilung 08/2024 zu KI-Governance und Risikomanagement ↗
- Datenschutzstelle Liechtenstein: Künstliche Intelligenz ↗
Die Links dienen als Primärlektüre, nicht als Compliance-Zertifizierung oder Ersatz für institutions- und fallspezifische Beratung. Quellenprüfung: 26. Juli 2026.